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Der Rhöner 2.0

Beitrag: Blog2 Post

Auge in Auge mit der Peritonealkarzinose

30. Aug.
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 4. Sept.

Am 01. April 2017 erwachte der Rhöner 2.0 in ein neues Leben.

RAINER MARIA RILKE


Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,

die sich über die Dinge zieh'n.

Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,

aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,

und ich kreise jahrtausendelang;

und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm oder ein großer Gesang.


1899




Diagnose: Peritonealkarzinose - Bauchfellkrebs


Peritonealkarzinose ist eine fortgeschrittene, lebensbedrohende Krebserkrankung. Es wird allgemein angenommen, dass jährlich etwa 20.000 Menschen, also etwa jeder 4.180 zigste in Deutschland, eine solche Krankheit entwickelt. Tendenz steigend. Statistisch gesehen, sind das nur 0,024% der Bevölkerung. Für den Betroffenen selbst, ist das ein schwacher Trost. Jeder Einzelne fragt sich- warum gerade ich?


Das Bauchfell ist eine dünne, glatte Haut, die die gesamte Bauchhöhle von innen auskleidet und auch die meisten Bauchorgane wie Magen, Darm, Leber oder die Gebärmutter umhüllt. Es dient dazu, dass die Organe reibungsfrei aneinander gleiten können.

Baufellkrebs bedeutet, dass Krebszellen von einem Ursprungstumor, oft der Eierstöcke, des Dickdarms, Magens, des Blinddarms oder der Bauchspeicheldrüse, auf das Bauchfell abgesiedelt sind und dort neue Tumorherde (Metastasen) gebildet haben. Die Krebszellen verteilen sich auf der Oberfläche des Bauchfells und wachsen dort fest. Das Elend nimmt seinen Lauf, breitet sich aus, wächst und gedeiht.



Evangelisches Krankenhaus Herne, Wiescher Straße 24


Ohne medizinische Hilfe ist der Betroffene innerhalb weniger Monate tot.

Die moderne Medizin kennt zwei Verfahren HIPEC und PIPAC. Während eine HIPEC ein gewaltiger operativer Eingriff ist, bei dem versucht wird, alle Herde zu finden und zu eliminieren, verfolgt PIPAC einen anderen Ansatz. Die Chemotherapie wird minimalinvasiv, als feiner Sprühnebel (Aerosol) direkt unter Druck in den Bauchraum gebracht. Der Tumor wird zurückgedrängt.


Am 30. und 31. März 2017 wurden im OP-Saal des Marienhospitals in Herne, die Skalpelle für Joachim Milde geschliffen. Die beiden Professoren Dr. Urs Pabst und Dr. Jürgen Zieren filetierten, zerlegten und entfernten, was da nicht hingehört. Der medizinische Fachbegriff lautet Zytoreduktive Chirurgie kombiniert mit HIPEC (Hypertherme Intraperitoneale Chemotherapie).


Der Profi rechts: Prof. Dr. Jürgen Zieren (Deutsches PIPAC Zentrum Herne)
Der Profi rechts: Prof. Dr. Jürgen Zieren (Deutsches PIPAC Zentrum Herne)

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